Über uns
Die Geschichte der Wäscherei Horst!
1860 wurde die Wäscherei gegründet. Das Haus Hummelsbüttel 38 (heute Rupertistraße) ist ein rechter Zeuge aus alter Zeit. Wahrscheinlich ist das Haus 1867 gebaut worden, denn damals erwarb der Wäschereigründer Johann Heinrich Friedrich Hachmeister das Grundstück (heute Rupertistr. 32 - 46) und von Herrn Oskar Parish lieh er sich 1200 Taler Pr. Courant für 4% jährlicher Zinsen. Dieses Grundstück war 1788 zugehörig zur Nienstedtener Landstelle 8, ausgewiesen mit 1/5 Bauzahl, damals Claus Wullenweber, die Hausstelle war gegenüber dem heutigen Kirchenportal an der Ecke Hasselmannstr./Elbchussee. Unser Bild zeigt vor dem Hause Familienmitglieder des Besitzers Hinrich Horst (rechts) und Belegschaftsangehörige: Plätterinnen und Bleicher-Knechte. Das Wohnhaus besitzt an der Rückseite einen jüngeren Anbau für den Wäschereibetrieb. Die meisten Betriebsangehörigen hatten ihre Schlafstelle im Obergeschoss des Wohnhauses bzw. des Anbaues. Rechts, im Bilde nicht sichtbar, war das alte Wäschereihaus, damals Wohn- und Arbeitsstätte für einen Korbflechter, der unter seinem Vornamen Eberhard bekannt war. Auf der Straße sind die Gleise der Altona-Blankeneser Straßenbahn erkennbar, links steht ein Mast der elektrischen Oberleitung nebst Straßenlampe.
So ein Wäschereibetrieb war damals sehr arbeitsintensiv. Wenn auch schon handbetriebene Waschmaschinen eingesetzt waren, so musste viel Wasser von der Pumpe aus in Eimer transportiert werden. Grobwäsche wurde mit einer großen Kaltmangel gerollt. Die Wäsche war auf Holzrollen gewickelt und wurde unter Druck eines meist mit Steinen beschwerten großen Holzkasten gemangelt. Die Feinwäsche musste mittels Handbügeleisen (die zwischen 1,6 und 3,6 Kg. gewogen haben) geplättet werden. Auf der großen Platte eines flachen Plättofens wurden die Eisen erhitzt. Die Eisentemperatur musste durch manuelles Abtasten kontrolliert werden. Die Plätterinnen hatten dann zwischen ihrem Bügeltisch und dem Plättofen mit ihren Bügeleisen hin und her zu pendeln. Sie hatten eine nicht ganz einfache Arbeit, Die Kraft, Gefühl und Können erforderte und durch die Hitze anstrengend war.
1860 wurde die Wäscherei gegründet, damals sagte man: Bleicherei, dann Feinwäscherei und Plätterei, heute lautet die Berufsbezeichnung Textilreiniger. Der Firmengründer J. H. Friedrich Hachmeister war 36 Jahre alt, als er am 15.04.1860 in Nienstedten die damals 27 jährige Eleonore Wilhelmine Margaretha Petersen heiratete. Beide waren keine Nienstedtener, sie stammten aus dem Gebiet Nienburg/Weser-Neustadt am Rübenberg. Der Familienüberlieferung nach waren beide auf Elbchausseelandsitzen in Dienst. Er wurde Bedienter genannt, sie soll bei Parish schräg gegenüber der Nienstedtener Kirche in Stellung gewesen sein. Da auf den Landsitzen oft mehr Wäsche anfiel. als mit eigenen Kräften bewältigt werden konnte, bot sich an einen Wäscherei zu gründen, es heißt auf Anregung ihrer Herrschaft; die Parish traten später als Paten und Kreditgeber auf. Das Bleichergewerbe wurde zuerst an der heutigen Georg-Bonne-Str. 66, damals Mittelstraße ausgeübt, im Garten des Hauses Löffelholz, später Lohalm. Nach dem Nienstedtener Volkszahlregister von 1864 wohnten die Hachmeister damals bei Löffelholz zur Miete mit ihrer 4jährigen Tochter und der verwitweten Schwiegermutter.
1867 erfolgte dann der Kauf des Grundstücks in der Flur Hummelsbüttel, heute Rupertistraße 32-46, und der Bau des Wohnhauses nebst des vor ca. 35 Jahren abgerissenen kleinen eingeschossigen Wäschereihauses. 1882 heiratete die 1861 geborene Tochter Johanna Henriette Caroline den im Betrieb tätigen Bleicherknecht Hinrich Horst. Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts übernahm er den Betrieb und ließ an der Rückseite des Wohnhauses die noch heute stehenden Betriebsräume ausbauen. Mit 5 Kindern war die Ehe gesegnet, 3 Töchter und 2 Söhne (unter diesen musste dann später das einst große Grundstück aufgeteilt werden). Der im 1. Weltkrieg gestorbene Sohn Friedrich hatte eine eigene Wäscherei auf dem Grundstück Nr. 32.
Nach dem 1. Weltkrieg (1914 bis 1918) hat dann der 21-jährige jüngste Sohn Carl Ehler Hans Horst zusammen mit seiner Mutter den Betrieb wiederaufgebaut und weitergeführt. Carl Horst hat im Inneren laufend für Modernisierungen gesorgt. Am 01.04.1966 hat er den Betrieb an seinen Sohn Carl Heinz Ehler Horst übergeben. Damit ist die Wäscherei Horst nun in der 4. Generation im Familienbesitz. Es ist ein solider Handwerksbetrieb. Karl Heinz Horst und seine Gattin arbeiten selber mit. Somit ist Gewähr gegeben, dass die Wäsche individuell behandelt werden kann. Das Ehepaar Horst und die 5 Mitarbeiterinnen sind bemüht, den Kunden eine gute Arbeit abzuliefern. Carl Heinz Horst freut sich über den guten Ruf seiner Wäscherei. Gemäß alter Handwerkstradition wird hier noch teilweise von Hand geplättet.
Von 1990 bis 30.04.2005 übernahm Frau Karola Kaczor, die leider sehr früh schon verstarb (im alter von 60 Jahren) die Leitung der Wäscherei. Herr Rainer Korn, der seine Lehre von 01.08.1981 bis 31.07.1984 in der Wäscherei Horst absolvierte (mit Ausnahme von ca. 4 Jahren) und bis zum 30.04.2005 als Geselle tätig gewesen war, übernahm am 01.05.2005 die Wäscherei Horst.